Anbau des Luftgewehrstandes

2002 und 2003

Bis Anfang der 2000er Jahre war unser Luftgewehrstand vom Schützenheim getrennt. Der alte Luftgewehrstand lag direkt am Anfang des Schützenplatzes, wo heute ein Neubau der Fleischerei Hoppe steht. Wer nicht Kleinkaliber schießen wollte, hielt sich im alten Luftgewehrstand auf und nicht im Schützenheim. Die räumlich getrennten Schießstätten brachten einige Nachteile mit sich. Gebäudepflege, getrennte sanitäre Anlagen, getrennte Versorgungsanschlüsse und der Zusammenhalt der verschiedenen Gruppen waren die hauptsächlichen Problempunkte. Daher bestand schon lange der Wunsch, unser Schützenheim so zu erweitern, dass dort auch der Luftgewehrstand untergebracht werden konnte.

Im Jahr 2001 zeichnete sich eine einmalige Gelegenheit ab. Die Fleischerei Hoppe wollte die vorhandenen Betriebsgebäude durch Anbauten erweitern. Die Fläche des alten Luftgewehrstandes wurde für eine Erweiterung benötigt. Unser damaliger 1. Vorsitzender Heinrich Dehning ergriff diese Gelegenheit. Die Gemeinde Uetze war bereit, die Fläche aus der Erbpachtfläche des Schützenplatzes herauszunehmen und mit Zustimmung des Bürgerschützenvereins Hänigsen an die Fleischerei Hoppe zu verkaufen. Außerdem war Albert Hoppe bereit, dem BSV den alten Luftgewehrstand abzukaufen. Damit konkretisierten sich die Pläne, an unserem Schützenheim einen Anbau mit neuen LG-Ständen und einer Küchenerweiterung zu erstellen. Der Verkaufserlös für den alten LG-Stand sollte direkt in einen Neubau investiert werden.

Bis es so weit war, gab es ab 2001 bis Mitte 2002 einiges zu klären und zu regeln. Abordnungen von Vereinsmitgliedern besuchten einige Schießstätten in der Umgebung, um sich möglichst viele Informationen zu besorgen, wie der neue Schießstand sinnvollerweise aufgebaut werden sollte. Teure und ärgerliche Fehler sollten unbedingt vermieden werden. Auch sollten die Kosten im Rahmen bleiben. Gleichzeitig sollte die neue Schießstätte aber auch zukunftssicher gestaltet sein.

Geplant wurde der Anbau schließlich mit 12 Schießständen und einer Erweiterung der Küche. Aus heutiger Sicht, 2025, also gut 22 Jahre später, passt der neue LG-Stand perfekt zu den Bedürfnissen des BSV Hänigsen.

Nach den Vorgaben des BSV wurde das Planungsbüro des Dipl.-Bauingenieurs Jens Theuner aus Hämelerwald mit der Gebäudeplanung und der Erstellung des Bauantrages beauftragt. Die Herstellung der Bodenplatte und die Maurerarbeiten wurden von Firma Bertram, einem Hänigser Bauunternehmer, durchgeführt. Der Dachstuhl wurde von der Zimmerei Wilhelm Engelken in Hänigsen erstellt und das Dach wurde von Firma Hausmann, einem örtlichen Dachdeckerbetrieb, gedeckt.

Grundsteinlegung am 15.11.2002

Die Grundsteinlegung unseres Anbaues erfolgte durch unseren 1. Vorsitzenden Heinrich Dehning mit Unterstützung vom 2. Vorsitzenden Gerhard Grebien. Die Redner zur Grundsteinlegung waren Heinrich Dehning, unser damaliger Gemeindebürgermeister Werner Backeberg und der Vorsitzende des Kreisschützenverbandes Burgdorf, Werner Bösche.

Richtfest am 26.11.2002

Am 26.11.2002, nur 11 Tage nach der Grundsteinlegung am 15.11., konnte der BSV Hänigsen sein Richtfest für den Anbau am Schützenheim feiern.

Richtspruch der Zimmerei Wilhelm Engelken zum Richtfest am 26.11.2002

Mit Gunst und Verlaub!
Ich seh’ euch alle hier beisammen,
so fang’ ich an in Gottes Namen
und halt’ den Richtspruch, wie ich kann,
eben wie ein Zimmermann,
und sollt’ ich fehlen,
braucht ihr es keinem zu erzählen.
Doch ich nehm’ zuvor, so wie’s der Brauch,
den Hut ab – und ihr tut es auch!

Schaut euch nur den Neubau an:
Hier ist alles wohlgetan.
Stolz darf ich von hier oben
unsere Handwerkskunst jetzt loben,
denn immer noch hat gut gebaut,
wer dem Handwerk hier vertraut.

Gerne werden unsere Schützen
hier beim kühlen Trunke sitzen
in den warmen Sommertagen.
Auch ein Tänzchen lässt sich wagen.
Platz genug für frohe Feste,
Speis’ und Trank für liebe Gäste
hält der Verein auch jederzeit
in den Räumen hier bereit.

Zwölf Stände werden weisen,
wen man darf als Meister preisen
aus der stolzen Schar der Schützen,
der darf beim Umzug dann auch sitzen.
Doch manchen Frauen rat’ ich gut:
Nehmet euer Herz in Hut!
Auch darauf – statt auf die Scheib’ –
wird gezielt zum Zeitvertreib.

Frohe Stunden, schöne Feste
und das Haus voll lieber Gäste,
ruhig Blut und scharfe Augen,
recht viel Schüsse, die was taugen,
wünscht der Gild’ zum Richtfest heute
unser Volk der Zimmerleute!

Aller sei voll Dank gedacht,
die an dem Bauwerk mitgemacht:
Der Meister und Gesellenschar,
des Lehrlings auch, der tätig war,
und dessen auch, der klug ersann
zu diesem Bauwerk hier den Plan,
sie alle ehr’ ich heute
ganz nach Art der Zimmerleute:
Holz – Holz – Holz her!

Das Haus steh’ in Gottes Schutz,
es biete allen Wettern Trutz,
kein Feuer soll es je versehren,
nie soll der Flamme Wut zerstören,
was, mit Sinn und Hand gebaut,
unser Aug’ heut stolz erschaut.

Die Schützengilde soll gedeih’n,
ich trinke darauf den goldenen Wein!

Der Innenausbau des neuen LG-Stands – komplett in Eigenleistung!

Nach dem Richtfest ging die eigentliche Arbeit aber erst richtig los. Der gesamte Innenausbau wurde von den Mitgliedern des BSV in Eigenleistung durchgeführt. Koordiniert wurden die Arbeiten von Dieter Hartjen, der dann scherzhaft nur noch „Baurat“ genannt wurde.

Tausende von Arbeitsstunden sind in die Innenarbeiten geflossen. Für jedes Gewerk hat sich ein Fachmann gefunden, z. B. für Trockenbau, Maurerarbeiten, Elektro, Heizung und Sanitär, Metallbau, Kältetechnik, Malerarbeiten, Fliesenlegearbeiten, Teppichlegearbeiten usw.

Im Zusammenhang mit dem Anbau wurde auch gleich die Heizung erneuert, die Küche erweitert, eine Kühlzelle eingebaut und die Außenanlagen erstellt. Auch wurden die sanitären Anlagen erneuert, die nun auch ein Behinderten-WC bekamen.

Um den Anbau möglichst nahtlos an das vorhandene Schützenheim anzuschließen, wurde ein Teil der alten Außenwand entfernt. Ein mächtiger Stahlträger wurde eingezogen, um den Dachstuhl anstelle der Wand zu stützen. Zwischen dem Aufenthaltsraum des Schützenheims und dem eigentlichen Luftgewehrstand wurde dann eine mobile Trennwand eingebaut. Diese Trennwand kann gelöst und an die Seite geschoben werden, sodass der Aufenthaltsraum entsprechend erweitert wird und ein sehr großer Raum entsteht. Diese Funktion wird sowohl zum Feiern als auch bei Wettkämpfen genutzt. Bei Wettkämpfen ergibt sich nun ein großer Zuschauerbereich über fast die gesamte Standbreite.

Eine Besonderheit sind die sehr stabilen Tische der einzelnen Stände. Diese Tische wurden in Eigenregie konstruiert und erstellt. Der Zuschnitt der Stahlteile erfolgte mit Unterstützung des Metallbaubetriebs Hans-Steffen Brandes. Die 12 Tische und 2 fahrbare Gewehrstände wurden dann von Stefan Lerch und Hans-Heinrich Stutzke in wochenlanger Arbeit gebaut und bei Firma Köttermann beschichtet.

Standabnahme am 12. April und Einweihungsfeier am 4. Mai 2003

Schon am 12.04.2003 wurde der neue Luftgewehrstand durch einen Sachverständigen auf Zulassung als schießsportliche Anlage geprüft. Der neue Luftgewehrstand hat die Abnahme mit Bravour, ohne Mängel, bestanden. Damit konnte der Stand formal in Betrieb genommen werden.

Schließlich wurde der Stand am 4. Mai 2003 mit einer Feier offiziell eröffnet und eingeweiht. Von unserem „Baurat“ Dieter Hartjen wurde bei der Feier ein symbolischer Schlüssel offiziell an unseren 1. Vorsitzenden Heinrich Dehning übergeben.

An dem Tag wurde auch das erste Mal auf den Schießständen aus dem Anlass ein Pokal ausgeschossen. Den „Neubaupokal LG-Stand 2003“ gewann mit einem Teiler von 162,41 Achim Schacht.

Anbau